Across the universe – Unterschätzt?

Across the universe – Unterschätzt?

Beatles Across the universe

Words are flowing out like endless rain into a papercup.

Die erste Zeile des Beatles Songs „Across the universe“ ziehen mich mit ihrer bildhaftigkeit in den Bann. „Worte fließen heraus wie endloser Regen aus einem Pappbecher.“ Ein Gefühl wird angesprochen. Das Drängen von Worten, Sprache, Ausdruck, tief im Menschen sitzend, bewegt sich nach außen, wird transportiert und schließlich, gleich einem Schwall Wasser, herausgespült. Losgelöst von ihrem Sprecher sind die Worte auf dem Weg ins Universum. Traumgleich, fast passiv, betrachtet er die vor ihm stattfindende Synästhesie. Wie zuvor die Worte verwandeln sich auch Gefühle zu greifbarer Materie und werden Teil des Stroms.

Pools of sorrow waves of joy

Der Song entstand vermutlich 1967 kurz nachdem die Band an einem Seminar von Maharishi Mahesh Yogi teilgenommen hatten und erklärt auch den Text des Rafrains: „Jai Guru Dev, om“. Sanskrit ist der Überbegriff verschiedener Varianten des Alt-Indischen und von Lennon hier als Hommage an den von der Gruppe verehrten Guru gedacht. Die Übersetzung lautet grob: „Sieg dem himmlischen Gott, om“ Om ist eigentlich nur ein Laut, nicht mit einem Wort zu übersetzten, gilt bei den Hindus, den Jainas und den Buddhisten aber als heilige Silbe. Alles Sein ist nach hinduistischem Verständnis aus der Vibration des transzendenten Urklangs entstanden, den das Om repräsentiert. Das Universum ist von ihm durchdrungen. Die unablässige Wiederholung des Mantras im Song selbst, schafft eine kosmischen Klanghülle.

Lennon sprach von dem Song, als einer seiner Besten: „Its one of the best lyrics I ever written. In fact, it could be the best.“ Der Text sei wie ein Gedicht, Poesie, die eigentlich nicht auf eine Melodie angewiesen sei. Und trotzdem wurde Across the Universe nicht wie John es sich gewünscht hatte, auf der nächsten Single veröffentlicht, sondern erstmals auf einem Charity Album für den WWF 1969 und erst 1970 auf dem letzten Beatles Album Let it be. Lennon kritisierte seine Band Kollegen scharf und warf ihnen vor, dass sie ihn und seinen Song nicht ausreichend unterstützt hatten. Die Aufnahme sei schlecht und amateurhaft, er singe schief und die Gitarren seien verstimmt gewesen. Die Spannung zwischen Paul und John zeigt sich auch bei diesem Stück. John wirft Paul unterbewusste Sabotage vor: „Subconscious sabotage. He´ll deny it.“ Lennon sieht seine kreative Schaffenskraft von McCartney nicht gewürdigt. Dieser Song, eigentlich ein Zeugnis unserer Zugehörigkeit zu einem großen Ganzen und die Überwindung von weltlicher Nichtigkeit, wird durch die die Bandgeschichte durchdringende Konkurrenz Pauls und Johns, Opfer einer mangelhaften Aufnahme. Man möchte sich nicht vorstellen wie die Aufnahmen für Georg Harrison und Ringo Starr waren, die die kreativen Behauptungen der beiden andere Liedschreiber erdulden mussten.

Das Potenzial von Across the Universe

Das Potenzial von Across the Universe erkannten viele große Namen und so gibt es zahlreiche Coverversionen von unter anderem 10cc, die das Lied etwas schneller und leichtfüßiger interpretiert haben, David Bowie, dessen Version sehr gegensätzlich zu der von 10cc, schwerfällig und fast verzweifelt klingt und die Scorpions, die das Mittelmaß zwischen den beiden vorangegangenen bilden, beschwingt, aber trotzdem mit gewisser Tiefe. Wie schon früher abkupfern von der Qualität des Originals gezeugt hat, zeigen auch diese Replikationen, welche Meisterleistung Lennon mit Across the Universe erbracht hat.

Februar 2008: Die NASA strahlt den Song als MP3 in Lichtgeschwindigkeit Richtung Polarstern. Zur Feier ihres 50 jährigen Bestehens und 40 Jahre nach der Veröffentlichung von Across the Universe, haben sich die Wörter also endlich auf die im Titel verheißene Reise begeben. Wenn nichts dazwischen kommt, erreichen sie in knappen 419 Jahren, also 2439, ihr Ziel.

Die Beatles werden häufig auf ihre Frisuren reduziert, Repräsentanten einer zwar bedeutenden, aber längst vergangenen Aufbruchsstimmung. Es ist nicht mehr revolutionär oder gar rebellisch Beatles zu hören. Platten sind in, Retro ist in. Die Fab Four existieren in der Retroperspektive als vorzeige Schwiegersöhne, vergessen wird ihre Suche nach Sinn und die Zerrissenheit einer Gruppe, deren Erfolg sie von der Bühne gedrängt hat. Selbstfindung, eine Frage, die die Menschheit immer begleiten wird. Woher kommen wir, wer sind wir, und wo gehen wir hin.

Hier findest du mehr über die Beatles und ihre Musik.

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